Hornusser-Lexikon

Für Hornuss-Experten und solche, die es werden wollen.

Anmessen Anzeigen der Schlagbereitschaft des Schlägers durch einen absichtlich zu hoch angesetzten Schlagversuch (Nouss wird nicht getroffen). Dient dem Schläger auch als Lockerungs- und Konzentrationsübung. Ist zwingend vorgeschrieben.

 

Anzeigen Melden der Flugbahn/Höhe/Geschwindigkeit und des vermuteten Landeortes des einfliegenden Nouss durch lautes Rufen und mit hochgehaltener und quergestellter Schindel an die anderen Spieler im Ries.

 

Abtun Stoppen des anfliegenden Nouss mit der Schindel. Entweder «gefaustet» (die Schindel bleibt in der Hand) oder «gestochen» (die Schindel wird hochgeworfen).

 

Bock Abschlagrampe aus Aluminium oder Stahl/Chromstahl Gesellschaft Mannschaft, bestehend aus mehreren Spielern, wovon (je nach Spielmodus) 16 bis 19 Personen an einem Spiel teilnehmen.

Horn Trinkhorn mit 1–2 Liter Fassungsvermögen. Traditioneller Preis für die erstrangierten Mannschaften eines grösseren Festanlasses. Wird später meist im «Kranzkasten» (Trophäenvitrine) des Stammlokals der Mannschaft ausgestellt.

 

Hornuss/Nouss (Genus: i. a. maskulin «der Nouss», ev. auch das Nouss) Ursprünglich aus Holz oder Horn gefertigte Scheibe, welche ins Ries geschlagen wird. Der Begriff «Hornuss» leitet sich vom Wortstamm Horn ab. Den gleichen Wortstamm haben verschiedene ausgestorbene Spiele wie Hürnen, Hora schlagen, Horniggle, Horranus etc. Der Nouss wird heute aus Kunststoff hergestellt (Spritzguss) und hat ein Gewicht von 78 Gramm. Für Spiele darf ausschliesslich der von zertifizierten Herstellern gefertigte, als Hornuss 98 bezeichnete Nouss verwendet werden.

Nummer Nouss, der nicht durch Schindel gestoppt wird, sondern innerhalb des Spielfeldes zu Boden kommt. Zählt für die Bewertung der Mannschaftsleistung. 

 

Punkte Schlagweite der Streiche über 100 Meter (pro zusätzliche 10 Meter ein Punkt). Wird für Bewertung der Einzelleistung und der Mannschaftsleistung verwendet. Mannschaften der Nationalliga A erzielen in einem Spiel zwischen ca. 1600 und 1100 Punkte, Mannschaften der Nationalliga B zwischen ca. 1200 und 1000 Punkte.

 

Ries Trapezförmiges Spielfeld von 200 m Länge. Das Spielfeld beginnt 100 m vom Abschlagort (Bockstand) und hat dort eine Breite von 10 m, 300 m vom Abschlagort ist die Breite 15 m. Die Länge des Spielfelds ist vom Spielmodus abhängig. Der Bewuchs des Spielfelds ist ebenso wenig normiert wie die Anforderungen an das Gelände. Auch wenn heute Rasenplätze vorherrschen, wird bei Festanlässen meist auf abgeernteten Äckern gespielt. Ein ebenes Spielfeld ist zwar die Regel, es existieren jedoch auch regelmässig bespielte Plätze, bei denen zwischen Abschlagort und Spielfeldende 30 m Höhendifferenz bestehen (Beispiel: Biglen, Gfell). Der Begriff «Ries» wird auch für das Punktetotal der einzelnen Streiche (Total 1. Streich, aller 18 Spieler) der Mannschaft verwendet.

 

Schindel Abfangschaufel (in der Form ähnlich einer Bäckerschaufel). Wird verwendet, um den fliegenden Nouss vor dem Fall auf den Boden zu stoppen. Die Schindel besteht meist aus schichtverleimtem Holz oder aus Kunststoff. Der Einsatz von Kunststoffschindeln ist seit 2009 nur noch im Training und bei Wettspielen zugelassen.

 

Stärkeklasse Anhand der Festresultate berechnete Spielstärkeklasse einer Mannschaft. Wird für die Einteilung bei Hornusserfesten verwendet. Nicht zu verwechseln mit der Ligazugehörigkeit (Meisterschaft).

 

Stecken Ursprünglich Weidenrute mit am Ende befestigtem runden Hartholzklotz (Träf). Heute meist aus Karbonfaser oder Fiberglas gefertigt. Maximallänge (3 Meter) und Minimaldurchmesser (3.6 Millimeter) sind festgelegt. Jeder Spieler benutzt seinen eigenen Stecken.

 

Streich Einzelner Schlag Träf Runder Klotz aus gepresstem Hartholz (vgl. Stecken). Das Gewicht des Träfs liegt meist zwischen 250 und 300 Gramm. Maximal sind 350 Gramm erlaubt.

 

Wettspiel Freundschaftsspiel, auch Bezeichnung für den Wetteinsatz.

 

Zieli Markierungstafeln am Spielfeldrand. Dienen der Spielfeldbegrenzung, der Schlagweitenbestimmung und der Orientierung der für einen bestimmten Bereich des Spielfelds eingeteilten Spieler der abtuenden Mannschaft.

 

Zahlen und Fakten Bei Versuchen der ETH Zürich wurden die folgenden Werte gemessen: – Geschwindigkeit bei Abschlag: bis 306 km/h – Geschwindigkeit bei Aufprall: bis 160 km/h – 

Flughöhe des Nouss: bis 70 Meter – 

 

Flugweite des Nouss: bis 350 Meter Die Flugweite des Nouss ist stark von den Windverhältnissen abhängig. Bei günstigen Bedingungen können Spitzenschläger auch höhere Weiten (bis ca. 380 m) erreichen.