Die Hornusserfeste 2019 erhalten ein Gesicht!

Teil 1 des Interviews mit Daniel Aegerter

Giulia Rohrer – Ich hatte das Vergnügen, unser Gesicht der Hornusserfeste 2019 näher kennenzulernen und sprach mit ihm – wie nicht anders möglich – übers Hornussen und die bevorstehenden Feste. Erfahren Sie im ersten Teil alles über das grosse Hobby und den Einfluss aufs Privatleben.

 

Daniel Aegerter, Ägi genannt, ist ein Ur-Belper, der mit seiner Frau Patricia und den beiden Kindern Loris und Livia in Belp zuhause ist. 

Nebst seiner Familie ist sein grösstes Hobby, wie könnte es anders sein, das Hornussen. 

Beruflich ist er als Polizist in Bern engagiert. 

 

Ägi, weshalb Hornussen als Hobby und nicht etwa Fussball oder Joggen?

Das ist eine gute Frage… Es bietet mir einen guten Ausgleich zu meinem Berufsalltag und ich habe viele Kollegen durch diesen Sport gefunden.

Hornussen findet draussen bei Wind und Wetter statt. Fordert mich mental, verlangt Technik und Kraft in Einklang zu bringen. Nicht immer einfach... Man sagt ja «Wenn Hornussen einfach wäre, könnte ich auch Fussball spielen gehen.»

 

 

Wie lange bist du schon Mitglied der Hornussergesellschaft Belp-Toffen?

Ich bin seit dem Gründungsjahr (2012) dabei und war davor 23 Jahre Mitglied der HG Belp.

Das Hornussen habe ich aber nicht in Belp entdeckt: Als Jugendlicher half ich regelmässig in den Sommer- und Hebstferien in Aefligen auf einem Bauernhof mit. Dort hielt ich zum ersten Mal einen Stecken in der Hand, bevor ich zum Ende meiner Schulzeit dann durch ein Plauschhornussen in die Hornussergesellschaft Belp eintrat.

 

Was waren und sind deine Ämtli im Verein?

Ich war schon früh als Vorstandmitglied tätig angefangen habe ich als Sekretär ca. 1995. Schlussendlich war ich Präsident der HG Belp bis zum Zusammenschluss mit Toffen. Danach war ich noch einige Jahre als Vize-Präsident der HG Belp-Toffen tätig. 

Nach dem Austritt aus dem Vorstand, habe ich mich für den Nachwuchs engagiert. Dies vorallem wegen meinem Sohn, der selber hornusst. Das mache ich nun auch schon wieder seit rund 6 Jahren. 

 

Was sind denn deine Aufgaben als Nachwuchstrainer?

Es ist mir ein grosses Anliegen, dass Hornussen in Belp gefördert wird. Es soll als urchige Sportart neben Fussball, Hockey und all den anderen Möglichkeiten für die Jungen attraktiv sein.

Als Nachwuchsbetreuer amte ich nicht alleine und werde von zwei Hornusserkollegen tatkräftig unterstützt. Uns ist wichtig, dass die Mädchen und Buben Freude am Hornussen haben und gerne ins Training kommen.

Sie lernen mit Stecken und Schindel umzugehen, sich in einem Team zu integrieren, mitzudenken und andere zu akzeptieren. Eine grosse Herausforderung für uns ist auch, den Respekt und die Akzeptanz der Jungen zu gewinnen – so dass wir bei ihnen ankommen und sie uns ihr Vertrauen schenken. Es soll sich auszahlen, dass sie die eigene Leistung verbessern können und im Ries mit Teamarbeit möglichst alle Hornusse fangen können.

 

Ist es einfach, Nachwuchs fürs Hornussen zu finden?

Nein, ich erachte es eher als schwierig. Das Angebot an Hobbies, insbesondere in Belp mit so vielen Vereinen, ist sehr gross. 

Es ist nicht einfach, junge Leute für diesen Traditionssport zu motivieren. Es verlangt als Verein im Dorf präsent zu sein. Weiter ist es wichtig das Hornussen in den Schulen bekannt zu machen. Einiges geht auch über die Nachwuchshornusser wenn sie eben in der Schule über ihr Hobby berichten und ihre Kameraden und Kameradinnen ermutigen sich auch einmal im Hornussen zu versuchen.

 

Was bedeutet es dir, dass dein Sohn Loris als Junghornusser bei der HG Belp-Toffen spielt?

Es freut sich sehr. Es ist ein tolles Gefühl, als Vater zusammen mit meinem Sohn auf demselben Ries stehen zu können und zusammen diesen Sport auszuüben. Das ist es, was das Hornussen ausmacht – es ist eine Generationen-Sportart. 

 

Leidet dein Privat- und Familienleben manchmal unter deinem grossen Einsatz für die HG und deinem zeitintensiven Hobby?

Nein, das denke ich nicht. Meine Frau kannte das Hornussen durch ihren Grossvater, welcher in Tramelan hornusste und sich dort auch sehr stark engagierte. Daher wusste sie von Anfang an, worauf sie sich einlässt. Ausserdem hat sie sich durch ihre Anwesenheit bei den Spielen, den entstandenen Freundschaften sowie ihrem Engagement im Verein auch ein bisschen dem Hornussen verschrieben.

 

Gibt es für dich ein Leben ohne Hornussen?

Im Moment könnte ich mir das nicht vorstellen. Obwohl ich mich im Herbst immer auf die Winterpause freue, bin ich auch jedes Mal wieder sehr glücklich, wenn es im Frühling wieder losgeht. 

Ich hoffe, dass ich noch lange meinem Hobby treu bleiben und noch einige Jahre mitspielen kann. 

 

 

Nächste Woche geht es weiter mit Teil 2: Was sagt Ägi zu den Hornusserfesten 2019 und welche Rolle nimmt er im OK ein? Folgen Sie uns auf Facebook, um Teil 2 und alle folgenden Blogbeiträge nicht zu verpassen!

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