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Daniela Schenkel – von der Hornusserin zur Hornusserfrau

Giulia Rohrer | Daniela Schenkel ist in einer Hornusserfamilie aufgewachsen. Bis ins Teenager-Alter hat sie selbst aktiv gehornusst. Zusammen mit ihrem Vater Franz und ihrem Bruder Michael bildete sie das Hornusser-Trio aus dem Hause Gasser. Nach der Aktiv-Zeit hat sie sich weiter als Kampfrichterin engagiert, bis sie später ihren Mann Michael Schenkel, natürlich auch Hornusser, kennenlernte. 

Heute ist sie Mutter eines süssen Jungen, welcher schon bald in die grossen Hornusser-Fussstapfen treten kann. Wir haben Daniela dazu befragt, wie es ist, mit dem Hornussen aufzuwachsen, es als Frau zu praktizieren und was es ihr heute immer noch bedeutet.

Daniela, wohl seit du denken kannst, dreht sich vieles in deinem Leben ums Hornussen. Kannst du dir ein Leben ohne Hornussen überhaupt vorstellen? 

Nein, eigentlich nicht. Das Hornussen ist Bestandteil meines Lebens. Da mein Mann hornusst und wahrscheinlich auch unser Sohn in diese Fussstapfen treten wird, ist es für mich nicht wegzudenken. 

 

Erzähl uns von deiner eigenen Hornusser-Karriere? 

Ich bin mit Hornussen gross geworden, weil mein Vater passionierter Hornusser ist. Mein jüngerer Bruder begann bereits mit zweieinhalb Jahren. Mit neun Jahren war ich mit meinen Eltern auf dem Hornusserplatz und sagte zu ihnen: «I wott o hornusse». Kurz darauf habe ich als Junghornusserin begonnen. Ich war nicht das einzige Mädchen – wir waren zu zweit unter ca. 20 Jungs. Erst als ich dann zu den Aktiven gewechselt habe, war ich die einzige Frau. 

 

Und wie war es, als einzige Frau in einem Team voller Herren zu spielen?

Es gab zwei Seiten. Die meisten waren mir gegenüber sehr offen und kollegial. Vereinzelt stiess ich aber auch auf keine grosse Begeisterung, dass nun eine junge Frau mitspielt. 

Ich wurde jedoch die ganze Zeit von allen gut behandelt, bis ich dann aufgrund meiner Ausbildung das Hornussen aufgegeben habe. 

 

Wie engagierst du dich fürs Hornussen? 

Ich war, bis zum Zeitpunkt als ich Mutter wurde, bei der A-Mannschaft als Kampfrichterin im Einsatz. Ausserdem helfe ich immer mit, wenn etwas ansteht. Sei es während eines Heimspiels im Hornusser-Hüttli zu Kochen oder die Resultatetafel zu bedienen – ich bin, wenn irgendwie möglich, einfach da um zu unterstützen. 

Bei den Hornusserfesten bin ich im Ressort Verkehr und Sicherheit eingeteilt und werde dort zusammen mit Ägi versuchen, diese Aufgabe zu meistern. 

 

Wieso ist es dir so wichtig, sich für den Verein zu engagieren, in dem dein Mann spielt?

Ich denke, dass ich durch meine eigenen Hornussererfahrungen noch näher dran bin. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man den Partner in seinem Hobby unterstützen soll. Klar, geht das nicht immer. Schon gar nicht, dass man jedes Spiel sehen kann. Das sind schliesslich ganz schön viele durch die Saison! Mir ist es einfach wichtig, dass wir einander und vor allem innerhalb der Familie uns gegenseitig unterstützen. 

 

Du sprichst sehr leidenschaftlich vom Hornussen. Wann hattest du denn das letzte Mal einen «Stecken» in der Hand?

Ich habe meiner Familie das Versprechen gegeben, weiterhin ab und zu zu Hornussen. Vor einigen Monaten meinte dann die Familie, dass die mich mal wieder hornussen sehen wollen. Da gingen wir alle zusammen in den Hubel und ich gab einige Streiche zum Besten. 

 

Dein Vater und dein Mann spielen bei Belp, dein Bruder unterdessen bei Wäsel. Gibt es da auch Rivalitäten oder Wetten? 

Rivalitäten gab es noch nie, es ist ein harmonisches Miteinander. Es geht mehr um die gegenseitige Motivation. Sicher gibt es da hin und wieder mal einen frechen Spruch, aber am Ende des Tages ist man stolz auf alle Resultate.

 

Möchtest du, dass dein Sohn Dario ebenfalls von der Hornusser-Begeisterung angesteckt wird? 

Ich denke, dass die Begeisterung bereits da ist. Dario hat von seinem Grossvater schon einen «Stecken» erhalten. Er spielt immer wieder damit. Für mich und meinen Mann wäre es toll, wenn er die Hornusser-Passion auch spüren wird. Trotzdem drängen wir ihn nicht dazu – er kann das dann selber entscheiden. 

 

Was erhoffst du dir von den Hornusserfesten 2019 im Belpmoos?

Ich hoffe, dass wir die ganze Sache gut über die Bühne bringen und wir als OK wie auch als Verein sagen können, dass unsere Bilanz gut ist und wir tolle Feste durchführen können. 

 

Und natürlich hoffe ich auf gutes Wetter, schon nur aufgrund der Parkplätze auf dem Feld! 

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