Hornusser-Premiere für Christoph Neuhaus

Shanthini Rajkumar-Christoph Neuhaus, der OK-Präsident der Hornusserfeste 2019 im Belpmoos ist kein bekanntes Gesicht in der Hornusser Szene. Mit dem Sport hatte er bis zu seinem Amt nur wenig zu tun. Wir haben ihn aufs Trainingsgelände der Belper Hornussergesellschaft eingeladen, wo er sich im Abschlag üben konnte und uns von seinen passiven und aktiven Hornusser-Erlebnissen erzählt hat.

Wie bist du zu deinem Posten als OK-Präsident gekommen?

 

Ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde…Ich wurde angefragt und habe abgelehnt. Erst bei der zweiten Anfrage habe ich zugesagt. Zuerst habe ich mich ein wenig dagegen gesträubt, da ich das Gefühl hatte, es gäbe andere Personen, die näher am Hornussersport sind und einen grösseren Bezug dazu haben.

 

Du hattest also vor deinem OK-Präsidenten-Amt gar keine Verbindung zum Hornussen?

Doch doch, ich habe immer zugeschaut, aber vom zusehen alleine wird man noch nicht zum Hornusser. Aber ich fand den Sport schon immer spannend und habe ihn auch selbst miterlebt. In Arch im Seeland wo ich aufgewachsen bin, wird im "Widi" gehornusst. Da gibt es jeweils den legendären «Güggelimatch», über den ich vor 30 Jahren als Ortskorrespondent Berichte schrieb. Darüber schreiben und dann aber wissen, wie man jetzt am besten zum Bock steht ist eines, dann aber mit dem Stecken in der Hand ist das eine ganz andere Sache.

 

Das heisst du erlebst jetzt hier gleich deine Hornusser-Premiere?

Genau, mein offizielles Debut! Ich habe vorher gefragt, ob das Träff schon etwas angeschlagen ist, sonst wäre es schade darum. Der Stecken ist auch ganz modern aus Carbon, ich hoffe, ich mache ihn nicht kaputt. Früher hätte ich hier ja noch mit dem Haselstecken (vorher in "Bschütti" eingelegt) geschlagen, da wäre es nicht so schlimm fürs Material gewesen.

 

Was sind deine Erwartungen ans Hornusserfest für die Region und für Belp?

Ich hoffe auf viele Besucher und Zuschauer. Immerhin ist es ein Spitzensport und die Spieler sowie Mannschaften erbringen grosse Leistungen. Aber sie erhalten nicht die grossen Preisgelder wie in anderen Sportarten. Ich war bereits an verschiedenen Sportveranstaltungen Medienchef, zum Beispiel an den Swiss Open in Gstaad. Wenn ich vergleiche, was die Tennisspieler dort erhalten und was die Hornusser hier erwarten können und wie viel sie dafür trainieren müssen, dann ist das schon ein gewaltiger Unterschied. Von den Preisen her ist es immer noch ein Volkssport, vom Training her geht es schon eher in Richtung Spitzensport. Und doch können von jung bis alt alle mitmachen, was diesen Sport sehr attraktiv macht.

 

Vielen Dank, dann sind wir jetzt gespannt auf dein Debut und vor allem auch auf dein Fazit danach.

 

In der Bildstrecke zeigt uns Christoph Neuhaus sein Hornussertalent, nicht schlecht fürs erste Mal!

 

Nach den ersten paar Abschlägen möchte ich von Christoph Neuhaus wissen, wie er seine

Hornusser-Premiere erlebt hat

 

Es war nicht so anstrengend, ich habe ja nur ein paar Mal abgeschlagen. Aber es ist trotzdem anspruchsvoll, auf was ich hätte achten sollen: Nicht zu fest nach hinten oder nach vorne neigen, genügend Schwung holen. Dann voll Wucht zuschlagen, aber gleichzeitig mit sehr viel Gefühl. Nicht in den Bock schlagen, sondern den Nouss treffen aber nicht ins Blech. Was mich auch erstaunt hat ist, dass ich gefühlsmässig rechts vom Bock stehen würde, jetzt aber links abschlagen musste und dort sogar fast besser war. Politisch gesehen macht mir das natürlich ein wenig Angst :-).

Aber man lernt immer dazu und es hat mir gezeigt, dass man wirklich viele Fertigkeiten für diesen Sport braucht.

Sowohl körperlich als auch mental muss man fit sein und die Technik beherrschen. Wenn ich jetzt noch etwas grösser und schwerer wäre, dann könnte ich mit grossem Selbstbewusstsein sicher ziemlich weit schlagen :-). Die Abtuenden im Ries heute wären heute eher eingeschlafen bei meinen Abschlägen. Um einmal die 20-er Marke zu knacken, würde ich noch viel mehr Training benötigen. Es ist ein spannender Sport und definitiv anstrengender als man sich das vielleicht vorstellt.

 

Also denkst du nicht, dass das dein neues Hobby wird? Wenn du nebst deinen vielen Aufgaben Zeit dafür findest?

Ich hätte definitiv zu wenig Zeit dafür. Wenn ich die Stunden sehe, die die Hornusser der HG Belp-Toffen investieren, dann kann ich nicht mithalten. Ich hätte allerdings Platz auf meinem Land, um einen Bock einzurichten und zu üben. Aber meine Schafe hätten wenig Freude daran, wenn ihnen plötzlich der Nouss um die Ohren und Hörner fliegt.

 

Vielen Dank an Christoph Neuhaus für seine Zeit und sein Engagement für den Hornusser-Sport!

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